„Qualitätsjournalismus“ versus Wissenschaft – Willkommen im Gesundheitsfaschismus

Wenn man sich den Spass macht, in der Suchemaschine des Imperiums nach „gesichtsmasken kohlendioxid“ zu googeln, sind auf der ersten Seite grossmehrheitlich desinformierende Stimmen zu hören. Der MDR:

Alles Quatsch, sagen die Experten. „Wenn es um die Alltagsmasken geht, die mit einer Maskenpflicht gemeint sind, ist das kein Problem, weil man will ja nur erreichen, dass der Träger grobe Partikel beim Husten oder Niesen nicht einfach in den Raum schleudert, sondern dass die sich in diesem Tuch verheddern. Auf den Gasaustausch haben diese Tücher überhaupt keinen Einfluss“, sagt Pneumologe Dr. Michael Barczok.

Die Tagesschau meint:

Kohlenstoffdioxid-Moleküle sind viel zu klein, um von Atemmasken zurückgehalten zu werden.

Der NDR titelt:

FALSCHMELDUNG: BEIM TRAGEN VON MUND-NASE-MASKEN ATMEN WIR NICHT ZU VIEL CO2 EIN

Und die Rundschau:

Auch der Kölner Kinderarzt Dr. Guido Kuhmann bestätigt, dass das CO2 als Gas durch den Stoff nach außen entweiche und Eltern sich keine Sorgen machen müssten. „Nur wenn die Maske komplett dicht wäre, hätte man irgendwann ein Problem mit dem abgeatmeten CO2. Man muss sich einfach an das Tragen gewöhnen, das ist ja nicht besonders angenehm.“

Und das Wahrheitsministerium bei correctiv titelt noch:

Maskenpflicht: Nein, beim Tragen eines Mundschutzes atmet man nicht zu viel CO2 ein

Und nun die Wissenschaft, wie sie vor knapp zwanzig Jahren noch existierte:

Das Ergebnis dieser Studie zeigt bei beiden untersuchten Maskentypen einen
signifikanten Anstieg des Partialdruckes für Kohlendioxid im Blut der Probanden.
Die transkutan gemessenen arteriellen CO2-Werte nahmen bis zu 5,5 mmHg zu. Dieser
Anstieg wurde durch die eingeschränkte CO2-Permeabilität der Masken verursacht.
Das ausgeatmete CO2 konnte nur teilweise durch die OP-Masken entweichen, dadurch
kam es unter den Masken zu einer Akkumulation von CO2. Dieser Effekt führte zu
dem Ergebnis, dass die Probanden Luft einatmeten, deren
CO2-Gehalt höher war als derjenige, der umgebenden Raumluft. Dies wiederum führte
zu einem Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration im Blut der Versuchspersonen,
welcher sich unmittelbar nach Anlegen der Operationsmaske zeigte. Die
Konzentrationsänderung wurde durch die transkutan gemessenen CO2-Partialdrucke
erfasst.

Dies aus der Doktorarbeit von Ulrike Butz von 2004. Hier noch als Save, falls das Institut für Anaesthesiologie der Technischen Universität München unter Druck gesetzt wird, das Dokument runterzunehmen.

Und wenn das noch nicht absurd genug ist, diese Doktorarbeit muss natürlich auch wieder umgebogen werden vom Presseportal:

BEWERTUNG: Richtig ist, dass die Testpersonen einen etwas erhöhten CO2-Gehalt im Blut hatten, jedoch zeigten sich weder ein unregelmäßiger Herzschlag noch eine beschleunigte Atmung. Das bestätigte aktuell die Autorin der Arbeit.

Im Sinne von Medienkompetenz-Übung empfehle ich, sich mit dem Konzept des Strohmann-Argumentes bekannt zu machen und die obigen Links damit zu untersuchen. Unsere „Qualitätsjournalisten“ stellen zu dutzenden Behauptungen auf, die sie dann widerlegen, die wir Corona-Massnahmen-Skeptiker gar nicht machen.

Ein Gedanke zu „„Qualitätsjournalismus“ versus Wissenschaft – Willkommen im Gesundheitsfaschismus

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